11. Jahrgang - Ausgabe #516 (11.06.2010) - DEUTSCHE BIBLIOTHEK ISSN 1436-4131 


1. EDITORIAL / Börsenausblick, Konjunktur, Marktbericht

Liebe Leserinnen und Leser,

der Mai ist vorbei – allerdings scheint sich dies unter den Aktienkursen noch nicht herumgesprochen zu haben. Die Volatilität ist unverändert hoch, der Erholung folgt am nächsten Tag meist schon der Absturz und diesem dann wieder eine oftmals explosionsartige Erholung. Oder um es mit den Worten John Maynard Keynes zu sagen: "Die Märkte können länger irrational bleiben als du solvent". Apropos irrational: In der vergangenen Woche wollte die Deutsche Bank-Tochter Deutsche Securities an der Börse im japanischen Osaka zu Sitzungsbeginn Terminkontrakte auf den Nikkei-Index im Volumen von umgerechnet 150 Mrd. Euro verkaufen – etwa der zehnfache Umsatz eines durchschnittlichen Handelstages. Der Irrtum – Schuld hat, wie in der Neuzeit eigentlich immer, der offenbar ein Eigenleben führende Computer – wurde noch zeitnah bemerkt, so dass letztlich "nur" Kontrakte für umgerechnet 500 Mio. Euro abgestoßen wurden. Anfang Mai hatten ähnliche Turbulenzen den US-Leitindex Dow Jones innerhalb von Minuten kollabieren lassen. Die Untersuchungen der US-Börsenaufsicht SEC scheinen inzwischen im Sande zu verlaufen. Eine Ursache des kurzzeitigen Absturzes konnten die Ermittler noch nicht präsentieren. Sollte, wenn überhaupt, irgendwann einmal ein Ergebnis mitgeteilt werden, so wird mit großer Wahrscheinlichkeit wieder der Computer als Oberschurke enttarnt.

DAX im US-Abwärtssog

Am vergangenen Freitag fiel die runde und daher vor allem psychologisch wichtige 6.000-Punkte-Marke im DAX wesentlich schlechter als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten zum Opfer. Auch schürten die Äußerungen ungarischer Regierungspolitiker zur Finanzlage des Landes die Angst vor einer Staatspleite, weshalb die Staatsschuldenkrise insgesamt wieder in den Fokus der Investoren rückte. Dies belastete auch zum Auftakt in die neue Börsenwoche. Aus charttechnischer Sicht rutschte der DAX dabei erneut bis zur langfristigen Aufwärtstrendlinie, bestehend aus der Verbindung der Zwischentiefs von März 2009 und Anfang Mai 2010 sowie der 200-Tage-Durchschnittslinie, ab. Solarwerte profitierten nur kurzzeitig von der Entscheidung des Bundesrates, der die vom Bundestag geplante Kürzung der Solarförderung abgelehnt und die entsprechende Änderung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) in den Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat verwiesen hat. Somit kann die Förderung nicht wie geplant schon ab dem 1. Juli 2010 reduziert werden. Allerdings ist aufgeschoben nicht aufgehoben.

Wechsel in den Indizes

Als Opfer der Index-Regeln der Deutschen Börse muss Salzgitter ( WKN: 620200 ) seinen Platz im DAX verlassen. Ab 21. Juni wird der Baustoffkonzern HeidelbergCement ( WKN: 604700 ) den Stahlerzeuger, der in den MDAX absteigt, ersetzen. Neu im MDAX sind zudem die Börsenneulinge Kabel Deutschland ( WKN: KD8888 ) und Brenntag ( WKN: A1DAHH ). Ihre Plätze räumen müssen Pfleiderer ( WKN: 676474 ) und MLP ( WKN: 656990 ), die in den SDAX wechseln. Zusätzlich wird Tom Tailor ( WKN: A0STST ) in den SDAX aufgenommen. Aus dem Index verbannt werden VBH ( WKN: 760070 ), Villeroy & Boch ( WKN: 765723 ) sowie Dyckerhoff ( WKN: 559103 ).

Großer Verfallstag steht an

Am Mittwoch haben die TecDAX-Mitglieder Jenoptik und Kontron zu Hauptversammlungen geladen. Aktionäre von Evotec trafen sich am Donnerstag. Im Mittelpunkt des Interesses standen dann jedoch die Europäische Zentralbank (EZB), deren Ratsmitglieder sich ebenfalls versammelten. Wie erwartet, gab es allerdings keine Veränderung des Leitzinses. Vor dem Wochenende gab es dann noch einige Konjunkturdaten aus den USA, darunter die Einzelhandelsumsätze, die nach dem enttäuschenden Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag besonders im Fokus standen. Höhepunkt der kommenden Woche ist – mangels Alternativen – der große Verfallstag an den Terminmärkten, der am Freitag droht. Schon im Vorfeld werden Positionierungen der großen Spieler die Kurse zappeln lassen.

Herzlichst,

Ihre Aktienservice.de-Redaktion

2. INDIZES / Entwicklung der weltweit wichtigsten Indizes

Index 08.06.10 % Vorwoche 52weekHigh % 52week
DJ IND 9939,98 -0,84% 11257,93 +13,43%
S&P 500 1062,00 -0,81% 1219,80 +12,69%
NASDAQ 2170,57 -2,33% 2535,28 +16,69%
NIKKEI 225 9439,13 -1,79% 11408,17 -3,55%
DAX 5868,55 -1,88% 6341,52 +17,42%
TecDAX 719,56 -3,41% 870,07 +13,42%
EURO STOXX 50 2510,84 -3,67% 3044,37 +1,27%

Stand: Dienstag, Schlusskurse

3. Donaldson: Gegen dicke Luft!

Aktuell herrscht dicke Luft an den internationalen Aktienmärkten. In diesem derzeit äußerst unsicheren und nervösen Umfeld interessante Werte zu finden, ist nicht einfach. Es gibt sie aber, langfristig aussichtsreiche Unternehmen, die einen näheren Blick wert sind. Dazu gehört einer der weltweit führenden Spezialisten für Filtrationssysteme, der zuletzt sehr gute Quartalszahlen vorlegte.

Die Geschäfte im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 (bis Ende Juli) liefen sogar so gut, dass Donaldson Rekorde erzielen konnte. Zudem gab es zum Vorjahreszeitraum deutliche Steigerungen, auch wenn das Vergleichsquartal besonders heftig von der weltweiten Wirtschaftsflaute belastet wurde und somit die signifikanten Verbesserungen in diesem Kontext zu betrachten sind. Nach dem heftigen Einbruch aufgrund der Rezession erholte sich das Geschäft nämlich wieder deutlich. Die Gesellschaft verbesserte ihren Umsatz im Zeitraum Februar bis April um 20,4% auf 497,6 Mio. US-Dollar. Aber nicht nur binnen Jahresfrist gab es Zuwächse, auch zum Vorquartal legten die Einnahmen um 14% zu. Firmenchef Bill Cook erläuterte, dass Donaldson von einem weltweit verbesserten wirtschaftlichen Umfeld, Produkteinführungen sowie dem kräftigen Wachstum in Schwellenländern profitierte. Daneben halfen positive Währungseffekte, die etwa 5% zum Umsatzplus binnen Jahresfrist beitrugen.

Rekordgewinne

Angesichts der höheren Nachfrage wurden ferner die Fabriken und der Vertrieb besser ausgelastet, was sich bei den Erträgen positiv bemerkbar machte. Zudem setzte Donaldson die Kostensenkungen fort und realisierte Einsparungen aus der Restrukturierung. Alles zusammen sorgte dafür, dass die operative Marge mit 14,5% einen neuen Spitzenwert erreichte und deutlich über dem Vergleichswert von 9,1% lag. Und auch absolut gab es beim operativen Ergebnis ein kräftiges Plus von 91,4% auf 72,1 Mio. US-Dollar. Unter dem Strich verdiente der Konzern 49,5 Mio. US-Dollar, 85,9% mehr als im Vorjahreszeitraum. Positive Währungseffekte steuerten hier 8,5 Prozentpunkte zum Wachstum bei. Das Ergebnis je Aktie (EPS) kletterte von 0,34 auf 0,62 US-Dollar und erreichte somit einen neuen Spitzenwert. In den Ergebnissen sind Sondereffekte von 3,7 Mio. US-Dollar aus den Aufwendungen für die Restrukturierung sowie Wertberichtigungen enthalten, was den Gewinn je Aktie um 0,03 US-Dollar minderte. Im Vorjahreszeitraum waren es 6,8 Mio. US-Dollar oder 0,06 US-Dollar je Anteilsschein. Die Erholung der Geschäfte zeigt sich auch in den Neunmonatszahlen: Zwar lag der Umsatz mit 1,36 Mrd. US-Dollar noch um 5,9% unter dem Vorjahresniveau, das operative Ergebnis konnte aber um 21% auf 135,2 Mio. US-Dollar zulegen. Und auch der Überschuss verbesserte sich um 6,1% auf 115 Mio. US-Dollar. Das EPS stieg von 1,37 auf 1,45 US-Dollar. Sondereffekte drückten den Gewinn je Aktie dabei um 0,09 US-Dollar, nach 0,10 US-Dollar im Vorjahreszeitraum.

Prognosen angehoben

Bei Vorlage der Ergebnisse erläuterte der Vorstand, dass Donaldson nun die geplanten Restrukturierungen abgeschlossen hat. Kosten in diesen Zusammenhang dürften somit nicht mehr anfallen. Sie resultierten beispielsweise aus dem Stellenabbau. Wie der Firmenlenker jüngst noch einmal betonte, waren die Einschnitte zwar heftig und nicht einfach, aber nötig, um die Kostenstruktur an das wirtschaftliche Umfeld mit deutlich geringeren Absatzzahlen anzupassen. Nur so konnte man in der Rezession profitabel bleiben. Außerdem ist man nun schlanker, stärker und besser positioniert, um den strategischen Wachstumsplan umzusetzen. Der Konzern hob zudem die Ziele für das Gesamtjahr 2009/10 an. Bislang von etwa 1,8 Mrd. US-Dollar Umsatz ausgehend, sollen es nun 1,83 bis 1,86 Mrd. US-Dollar sein. Im Vorjahr setzte er 1,87 Mrd. US-Dollar um. Beim EPS will die Gesellschaft inklusive Sondereffekten 2,01 bis 2,11 US-Dollar verdienen, nach 1,67 US-Dollar im Vorjahr. Bislang hatte Donaldson 1,77 bis 1,97 US-Dollar in Aussicht gestellt. Um Sondereffekte bereinigt, wird ein Anstieg von 1,82 auf 2,10 bis 2,20 US-Dollar erwartet, nach bislang 1,89 bis 2,09 US-Dollar.

Solides Wachstum

Damit dürfte Donaldson seinen profitablen Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortsetzen. Im Zeitraum 1989/90 bis 2008/09 erzielte das Unternehmen, ausgehend von 423 Mio. US-Dollar, ein jährliches Umsatzwachstum von durchschnittlich 8%. Der Gewinn je Aktie legte um durchschnittlich 13% pro Jahr zu. Gleichzeitig kletterte die Dividende jährlich um durchschnittlich 14%. Für das Geschäftsjahr 2008/09 zahlte der Konzern 0,46 US-Dollar je Anteilsschein. Überzeugend ist ferner die Kursentwicklung. In den vergangenen 20 Jahren kletterte der Aktienpreis um 1.480%. Die Papiere von Donaldson schlugen sich damit deutlich besser als der S&P 500, der im selben Zeitraum um 190% zulegte. Viel wichtiger ist jedoch der Vergleich mit dem S&P 400, der die nach Marktkapitalisierung mittelgrößten US-Werte abdeckt. Der Index wird jedoch erst seit Juni 1991 berechnet. Legt man diesen Zeitpunkt als Basis zugrunde, schlug sich die Aktie seither mit rund 1.300% ebenfalls deutlich besser als die Benchmark mit 620%.

Breit diversifiziert

Bleibt noch die Frage, was die Firma eigentlich genau macht? Angefangen hat sie im Jahr 1915 als Dreimannwerkstatt. Damals erfand Frank Donaldson Sr. einen einfachen Luftreiniger, um Probleme landwirtschaftlicher Traktoren zu beheben. Erntebrände, verursacht durch fliegende Motorfunken, veranlassten die Gesellschaft Ende der 20er Jahre ferner zum Einstieg in den Bereich Abluftprodukte. Die innovativen Erzeugnisse kamen an, und der Erfolg in den Landwirtschaftsmaschinen wurde genutzt, um das Portfolio in weitere Bereiche wie den Bau und den Bergbau sowie später auch den Lkw-Markt auszudehnen. Daneben verstärkte man sich durch Übernahmen, beispielsweise im Entstaubungsmarkt. Heute ist Donaldson einer der weltweit führenden Anbieter von Filtersystemen und Ersatzteilen für eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen. Das Portfolio an Luft- und Flüssigkeitsfiltern ist breit gefächert, und der Konzern bedient die Märkte für industrielle Motoren und Dieselmotoren, einschließlich Luftreinigung in Anlagen, Reinigung von Druckluft und Gas, Rauch- und Staubentfernung, Energieversorgung, Datenträgerfilterung, Geländemaschinen und Lastwagen. Donaldson ist dabei nicht nur bei den Abnehmern, sondern auch regional sowie durch ein ausgewogenes Neu- und Ersatzteilgeschäft breit diversifiziert.

Fazit:

Filter für alle erdenklichen Einsatzgebiete sind das Geschäft von Donaldson. Klingt nicht sonderlich spektakulär, die Erzeugnisse des Konzerns sind jedoch für eine Vielzahl von Anwendungen nötig, darunter auch äußerst zukunftsträchtige Bereiche wie die Verringerung von Emissionen von Fahr- und Flugzeugen oder die Energieerzeugung. Mit ihrem Geschäftsmodell konnte die Gesellschaft in den vergangenen Jahren gute Ergebnisse abliefern. Selbst die letzte Rezession hat sie gut überstanden und geht nun dank einer erfolgreichen Restrukturierung gestärkt daraus hervor. Angesichts der technologischen Führung und der fortschreitenden Entwicklung neuer Produkte, kombiniert mit einem großen Sortiment, Kunden aus vielen verschiedenen Branchen sowie der starken globalen Präsenz, sollte Donaldson somit auch künftig profitabel wachsen. Alles zusammengenommen ist das Unternehmen somit langfristig interessant. Die aktuell dicke Luft mit kräftigen Korrekturen an den Aktienmärkten könnte somit eventuell eine "saubere" Gelegenheit für einen Einstieg sein.

Name : Donaldson
WKN: 859763
ISIN: US2576511099
Markt: NYSE
Kurs: 08.06.10 41,66 USD
52-Wochen-Hoch: 47,38 USD
52-Wochen-Tief: 31,35 USD
Empfohlener Stop-Loss: 35,50 USD
Unser Anlageurteil: "langfristiger Kauf"

4. KUKA – Kapitalerhöhung füllt leere Kasse

Der im SDAX notierte Roboter- und Anlagenbauer Kuka ( WKN: 620440 ) will durch eine Kapitalerhöhung netto etwa 42 Mio. Euro einsammeln. Insgesamt sollen 4,655 Mio. neue Aktien zu je 9,75 Euro platziert werden. Aktionäre können die Anteilsscheine im Verhältnis sechs zu eins zeichnen. Die Bezugsfrist beginnt am 9. Juni und endet voraussichtlich am 22. Juni 2010. UniCredit und Commerzbank haben die vollständige Platzierung der Aktien vertraglich zugesichert. An der Kapitalerhöhung werden sich auch die Großaktionäre Grenzebach und Wyser-Pratte beteiligen. Kuka hatte 2009 im Zuge der Wirtschaftskrise einen Verlust von 75,8 Mio. Euro erzielt.

5. ABB – unterbrechungsfrei unter Strom

Für 860 Mio. Britische Pfund (umgerechnet etwa 1,04 Mrd. Euro) will der Schweizer Technologiekonzern ABB ( WKN: 919730 ) die britische Chloride Group übernehmen. Das Unternehmen mit Sitz in London bietet Systeme zur unterbrechungsfreien Stromversorgung an. Im vergangenen Geschäftsjahr setzte Chloride mit 2.500 Mitarbeitern etwa 336 Mio. Britische Pfund um. Allerdings ist ABB nicht der einzige Interessent: Emerson Electric aus St. Louis in den USA hatte zuvor 723 Mio. Britische Pfund geboten. Die Offerte war jedoch als zu niedrig zurückgewiesen worden. Interesse an Chloride wird auch der französischen Schneider Electric nachgesagt.

6. ALTERA / TEXAS INSTRUMENTS – Prognosen
    präzisiert


Altera ( WKN: 875650 ) rechnet im zweiten Quartal mit einem Umsatzanstieg um 10% bis 12%. Zuvor hatte der Hersteller programmierbarer Chips eine Spanne von 8% bis 12% angegeben. Die Bilanz soll am 20. Juli vorgelegt werden. Analysten erwarten 443,5 Mio. US-Dollar Umsatz und 0,52 US-Dollar Gewinn je Aktie. Texas Instruments ( WKN: 852654 ) will im zweiten Quartal 3,45 bis 3,59 Mrd. US-Dollar umsetzen – zuvor lag die Spanne bei 3,31 bis 3,59 Mrd. US-Dollar. Je Aktie prognostiziert der Chipproduzent statt 0,56 bis 0,64 US-Dollar nun 0,60 bis 0,64 US-Dollar Profit.

7. WACKER CHEMIE – Einkaufstour in Norwegen

Wacker Chemie ( WKN: WCH888 ) kauft von der norwegischen Fesil Group deren Siliziummetall-Produktion am Standort Holla in der Nähe von Trondheim. Kostenpunkt: 65 Mio. Euro. In Holla produzieren 140 Mitarbeiter jährlich rund 50.000 Tonnen Siliziummetall. Dies entspricht etwa einem Drittel des Jahresbedarfs von Wacker. Der Spezialchemiekonzern benötigt den Rohstoff für die Herstellung von Silikonen und polykristallinem Reinstsilizium. Die Transaktion, die noch der Zustimmung der Aufsichtsgremien beider Unternehmen und der Kartellbehörden bedarf, soll vor dem Ende des dritten Quartals abgeschlossen werden.

8. BASF – findet neuen Chef

Neuer Chef von BASF ( WKN: 515100 ) soll Finanzvorstand Kurt Bock werden. Anfang Mai 2011 wird Jürgen Hambrecht seinen Posten nach der Hauptversammlung räumen. Zum Stellvertreter von Bock berief der Aufsichtsrat des Chemiekonzerns das Vorstandsmitglied Martin Brudermüller.

9. Siemens – Windräder fürs Meer

Siemens ( WKN: 723610 ) soll für einen Offshore-Windpark vor Nord-Wales 160 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 576 Megawatt liefern. Das Auftragsvolumen beträgt nach eigenen Angaben rund 1,2 Mrd. Euro. Zudem wird der Konzern die Wartung der Anlagen für fünf Jahre übernehmen. Das Projekt, das gemeinsam mit RWE ( WKN: 703712 ) und den Münchener Stadtwerken umgesetzt wird, soll im Jahr 2014 fertiggestellt werden und dann 400.000 britische Haushalte mit Strom versorgen. Die ersten Fundamente will das Konsortium Ende 2011 errichten. RWE wird 60% am Gemeinschaftsunternehmen halten, die Stadtwerke 30% und Siemens 10%. HSBC erhöhte das Siemens-Kursziel von 82 auf 95 Euro und bestätigte die Empfehlung "übergewichten". Goldman Sachs hob das Kursziel von 95 auf 115 Euro an und bekräftigte die Kaufempfehlung.

10. ORACLE – Sun-Übernahme wird teurer

Die Übernahme von Sun Microsystems wird für Oracle ( WKN: 871460 ) teurer als erwartet. Der zusätzliche Abbau von Arbeitsplätzen werde weitere 675 bis 825 Mio. US-Dollar kosten, teilte der Softwareentwickler mit. Zunächst war Oracle von 325 Mio. US-Dollar ausgegangen. Die Stellen sollen vor allem in Europa und Asien wegfallen. Keine konkreten Angaben gab es zum genauen Umfang der Stellenstreichungen. Der Datenbank-Spezialist beschäftigt weltweit rund 106.500 Mitarbeiter. Ende Januar hatte Oracle die Transaktion mit einem Volumen von 7,4 Mrd. US-Dollar abgeschlossen. Sun ist seitdem nicht mehr börsennotiert.

11. Termine im Überblick

Termine im Überblick – 10.06.2010 bis 16.06.2010
10.06.2010 JP: BIP 1Q (2. Veröffentlichung)
10.06.2010 DE: Verbraucherpreisindex Mai (endgültig)
10.06.2010 EWU: EZB-Ratssitzung
10.06.2010 EWU: EZB-Stabsprojekt. für Wachstum u. Inflation
10.06.2010 US: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Woche)
10.06.2010 US: Handelsbilanz April
10.06.2010 US: Staatshaushalt Mai
11.06.2010 US: Einzelhandelsumsätze Mai
11.06.2010 US: Verbraucherst. Uni Michigan Juni (1. Umfrage)
11.06.2010 US: Lagerbestände April
11.06.2010 CN: Industrieproduktion Mai
11.06.2010 CN: Verbraucherpreise Mai
14.06.2010 EU: Industrieproduktion April
15.06.2010 DE: ZEW Konjunkturerwartungen Juni
15.06.2010 US: Import- und Exportpreise Mai
15.06.2010 US: NY Empire State Manufacturing-Index Juni
15.06.2010 US: NAHB Stimmungsindex Bauuntern. Juni
15.06.2010 JP: Bank of Japan Ratssitzung
16.06.2010 EU: Verbraucherpreise Mai
16.06.2010 US: Baubeginne & Baugenehmigungen Mai
16.06.2010 US: Erzeugerpreisindex (PPI) Mai
16.06.2010 US: Industrieprodukt. & Kapazitätsausl. Mai
16.06.2010 US: EIA Öl- und Benzinlagerbestände (Woche)

12. RATINGS

Die Liste ist alphabetisch sortiert, damit Sie Ihre Favoriten schnell auffinden können. Die Ratings der letzten Tage:

TITEL RATING INSTITUT DATUM
ABB hold Vontobel Res. 08.06.10
Ahold buy Société Générale 04.06.10
Alcatel-Lucent neutral UBS 04.06.10
Allianz buy Société Générale 07.06.10
Altria neutral Credit Suisse 02.06.10
BASF buy Citigroup 02.06.10
BASF buy Deutsche Bank 02.06.10
BASF buy Société Générale 02.06.10
Bayer buy Citigroup 02.06.10
Bayer underweight Morgan Stanley 02.06.10
BHP Billiton buy UBS 07.06.10
Biotest VZ buy UniCredit Res. 04.06.10
Bombardier buy UBS 03.06.10
BP buy UBS 07.06.10
BP hold Société Générale 07.06.10
Cap Gemini hold UniCredit Res. 07.06.10
Carrefour halten Hamburger Spark. 03.06.10
conwert Immobil. buy Erste Group Bank 02.06.10
Drägerwerk VZ halten Hamburger Spark. 02.06.10
Ericsson neutral UBS 04.06.10
Fielmann halten Hamburger Spark. 03.06.10
Fielmann halten Bankhaus Lampe 08.06.10
Ford Motor underperform Credit Suisse 07.06.10
France Télécom underperform Credit Suisse 03.06.10
Fresenius M. C. kaufen Bankhaus Lampe 02.06.10
Fresenius VZ buy SEB 02.06.10
Gen-Probe overweight Barclays Capital 03.06.10
Goldcorp buy UBS 04.06.10
Guess? outperform Credit Suisse 04.06.10
Henkel VZ halten Hamburger Spark. 03.06.10
Hewlett-Packard overweight Barclays Capital 02.06.10
Holcim buy Vontobel Res. 04.06.10
Infineon halten Hamburger Spark. 03.06.10
ING Groep halten Landesbank Berlin 04.06.10
Johnson & Johnson neutral Credit Suisse 04.06.10
K+S kaufen Hamburger Spark. 04.06.10
Kabel Deutschland overweight Morgan Stanley 04.06.10
Kapsch TrafficCom kaufen Erste Bank 04.06.10
Kontron kaufen Hamburger Spark. 02.06.10
Kuoni hold Vontobel Res. 03.06.10
KWS SAAT kaufen Bankhaus Lampe 08.06.10
L'Oréal halten Hamburger Spark. 04.06.10
LUKoil buy Société Générale 03.06.10
Medtronic outperform Credit Suisse 04.06.10
METRO buy UniCredit Res. 07.06.10
METRO hold SEB 07.06.10
Nordex buy Deutsche Bank 02.06.10
Novartis hold Vontobel Res. 04.06.10
OC Oerlikon hold Vontobel Res. 03.06.10
Peugeot buy Société Générale 03.06.10
Philip Morris outperform Credit Suisse 04.06.10
Portugal Telecom buy ING 03.06.10
Res. In Motion overweight Barclays Capital 03.06.10
Res. In Motion neutral UBS 04.06.10
RHÖN-KLINIKUM buy UniCredit Res. 04.06.10
Ryanair hold UniCredit Res. 04.06.10
SAP kaufen Hamburger Spark. 02.06.10
SGL CARBON halten Hamburger Spark. 04.06.10
Shoprite Holdings spekulat. Kauf BÖRSE am Sonntag 07.06.10
Siemens halten Nord LB 02.06.10
Siemens halten Landesbank Berlin 04.06.10
Siemens kaufen Hamburger Spark. 02.06.10
Sika buy Vontobel Res. 02.06.10
Software AG halten Hamburger Spark. 04.06.10
Sulzer buy Vontobel Res. 03.06.10
Swiss Re overweight Morgan Stanley 07.06.10
Swisscom hold Vontobel Res. 04.06.10
Syngenta outperform Credit Suisse 02.06.10
Syntel neutral Credit Suisse 07.06.10
Toyota Motor halten Raiff. Centrobank 02.06.10
VeriSign outperform Credit Suisse 02.06.10
voestalpine kaufen Erste Bank 04.06.10
Vossloh kaufen Hamburger Spark. 02.06.10
Zurich Fin. Serv. buy Vontobel Res. 07.06.10

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